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Sofortiges AUS für den fossilen Gasverkauf gefordert!


Autor Nachricht
Verfasst am: 18. 11. 2016 [22:46]
Krill
Themenersteller
Dabei seit: 18.11.2016
Beiträge: 28
Ich bin als oekostrom-Bezieher der ersten Stunde und Aktionär zutiefst erschüttert und enttäuscht über das Vorgehen des oekostrom-Vorstands.

Was die oekostrom mit dem nun angebotenen Verkauf von fossilem Erdgas macht ist ein Verrat an der Energiewende und an den ökologischen Grundprinzipien des Unternehmens!
Der Verkauf von Erdgas muss daher umgehend gestoppt werden!


Wie es nämlich noch am 12. Mai 2016 zum Geschäftsbericht 2015 hieß, „wurde das Unternehmen 1999 mit dem Ziel gegründet, eine nachhaltige Energiewirtschaft aufzubauen, Kunden österreichweit mit sauberem Strom zu versorgen und den Ausbau erneuerbarer Energiequellen in Österreich zu forcieren. Alle Produkte und Dienstleistungen der oekostrom AG sind aktive Beiträge zu Klima- und Umweltschutz und erhöhen die Unabhängigkeit von fossilen und nuklearen Energieträgern.“

Der Verkauf von Erdgas steht der Philosophie der oekostrom AG diametral entgegen:

Fossiles Erdgas zu verkaufen
• dient NICHT dazu, einen nachhaltige Energiewirtschaft auszubauen – Gas ist NICHT nachhaltig
• forciert NICHT den Ausbau erneuerbarer Energiequellen in Österreich – mit dem weiteren Verbrennen von Gas wird der Ausbau behindert
• ist KEIN Beitrag zum Klima- und Umweltschutz – die Verbrennung von Erdgas heizt den Klimawandel weiter an und ist somit ein Beitrag zur Umweltzerstörung
• erhöht NICHT die Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern – mit Gas bleiben die Kunden weiter vom fossilen Gas abhängig

Auch bin ich auch der Überzeugung, dass die Unternehmensführung mit dieser Vorgangsweise großen Schaden für die oekostrom AG anrichtet, da Sie diese völlig unglaubwürdig machen.
Man kann als Unternehmen, das sich den Erneuerbaren und der Energiewende zu Erneuerbaren verschrieben hat, nicht fossile Energieträger verkaufen – das ist ein NO-GO!
Die oekostrom wird diese Argumentation auch sicher bald zu spüren bekommen. Insbesondere die fossile Energiewirtschaft wird sich über diese Inkonsistenz zu Recht freuen: „Schaut´s euch die an: Die unbedingt notwendige Energiewende zu Erneuerbaren predigen, aber selber Erdgas verkaufen – gibt es einen klareren Beweis dafür, dass eine Versorgung mit Erneuerbaren nicht funktionieren kann! Nicht einmal die Parade-Unternehmen der Ökobranche glauben daran.“
Für mich bleibt als einziger Grund, warum der Vorstand der oekostrom AG in den Gasverkauf eingestiegen ist, dass dieser mit den erzielten Gas-Erlösen Geld verdienen will.
Und dies ist für ein 100%-Ökounternehmen, wie es die oekostrom AG bis zum 14.11.2016 war, verwerflich, inakzeptabel und mit Sicherheit nicht im Sinne der Mehrheit der Aktionäre, die über diesen Strategiewechsel auch nicht befragt wurden:

Die oekostrom AG darf die Umweltzerstörung durch die Verbrennung von Erdgas nicht als Kollateralschaden ihrer Gewinnmaximierung dulden – nochmals, das ist unmoralisch und zutiefst verwerflich!

Ich kann nur hoffen, dass die Verantwortungsträger der oekostrom AG diesen Fehler und Irrweg rasch erkennen und den Erdgasverkauf umgehend einstellen.
Sollte dies nicht der Fall sein, werde ich bei der nächsten Hauptversammlung folgende 2 Anträge stellen:

• „Ich beantrage, dass die oekostrom AG jegliche Angebote zum Bezug von fossilem Erdgas unverzüglich einstellt.“
• „Ich beantrage, dass bereits mit der oekostrom AG abgeschlossene Gaslieferverträge zum frühest möglichen Zeitpunkt aufgekündigt und folglich die Versorgung von Kunden mit Erdgas zum frühest möglichen Zeitpunkt beendet wird.“

Wer diese Linie unterstützen will, soll sich bitte direkt an mich wenden – martin.krill@profes.at. Es wird eine starke Aktionärsgruppe benötigen, um die oekostrom AG wieder zu ihren Werten und zu 100% Erneuerbaren – OHNE Wenn und Aber, OHNE faule Kompromisse, OHNE fadenscheinige Argumente für den Verkauf von Erdgas – zurückzuführen. Ich ersuche Sie um Ihren direkten Protest beim Vorstand und Aufsichtsrat und um Ihre Unterstützung der oben dargelegten Linie – besten Dank!

In tiefer Betroffenheit und Unverständnis zum fossilen Erdgasverkauf durch die oekostrom AG, Martin Krill, ua. Geschäftsführer der PROFES
Verfasst am: 19. 11. 2016 [01:57]
trader0846
Dabei seit: 15.02.2014
Beiträge: 39
Guten Tag Herr Krill,

ich verstehe ihre Kritik ggü. der Verbrennung von Erdgas. Allerdings muss man dazu fairerweise sagen, dass Erdgas von allen fossilen Energieträgern den niedrigsten CO2-Wert vorzuweisen hat und somit der klimafreundlichste Energieträger ist.
Meiner Meinung nach bestehen bei dem Gasprodukt der OEAG folgende Vorteile:
1. Die OEAG wird mittelfristig auch sog. Windgasprojekte fördern. Dies ist eine Möglichkeit, um in Zeiten von Stromüberschüssen EE zu speichern. Dies verbessert die Ökobilanz des Gasproduktes.
2. Kunden, welche bisher zwei Energieversorger hatten, können alles aus einer Hand erhalten
3. Jede Unternehmung zielt auf Gewinne ab, wenn ein großer Teil des Gewinns in EE-Projekte investiert wird, hilft es der Energiewende.

Meiner Meinung nach beschleunigt das Erdgasprodukt die Energiewende in Österreich. Und das ist das Ziel der oekostrom ag.

Freundliche Grüße

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 19.11.2016 um 08:21.]
Verfasst am: 19. 11. 2016 [18:23]
gpi
Dabei seit: 15.02.2014
Beiträge: 1
Ich finde auch, dass dieses Geschäftsmodell mit dem Verkauf von fossilem Erdgas der Oekostrom AG schadet.

Sinnvoll und glaubwürdig wäre für mich nur ein echtes Projekt wie z.B. Power2Gas, wo mit Überschussstrom aus Alternativenergien Wasserstoff und/oder Methan erzeugt wird und in die vorhandene Gasinfrastruktur eingespeist wird.

Das wäre für mich eine intelligente Form der (saisonalen) Speicherung, die rasch umgesetzt werden sollte. Mit regenerativ erzeugtem Gas kann wiederum Strom und Wärme erzeugt, aber auch Mobilität ermöglicht werden.

So erzeugtes Gas kann dann glaubwürdig beworben und verkauft werden.
Verfasst am: 19. 11. 2016 [23:21]
pott
Dabei seit: 19.11.2016
Beiträge: 1
Als Gesellschafter der Weinviertler Energie GmbH, die seit dem Jahr 2000 einen der ersten Windparks im Weinviertel betreibt, als Vorstandsmitglied von Eurosolar Austria, Mitglied der IGW, Gesellschafter der Langenzersdorfer Erneuerbare Energie GmbH und Energiepionier mit zahlreichen weiteren Engagements muss ich mich den Argumenten von Herrn Krill vollinhaltlich anschließen.

Von Eurosolar Austria wurde heuer das Projekt Simon der Oekostrom AG mit einem Solarpreis ausgezeichnet, wie auch dieses Projekt gefördert und beworben und überhaupt die Oekstrom AG immer wieder als positives Beispiel in der Österreichischen Energieszene genannt wurde.

Ebenso positiv denkend gehe ich davon aus, dass die vorliegende Entscheidung nach Abwägung der nicht nur in diesem Forum eingebrachten Diskussionsbeiträge schnell überdacht und zurückgenommen werden wird. Ein Verkauf von Windgas mag wohl, sobald diese Energieform tatsächlich zu existieren beginnt, zu einem ernstzunehmenden Thema werden. Derzeit sollte allerdings jeder einigermaßen mit der Energiesituation vertrauten Person die Ambivalenz dieser Argumentation bewusst sein!

Sollte eine Rücknahme dieser Entscheidung nicht umgehend stattfinden, werde ich jedwede Gelegenheit nützen, in meinem Wirkungsbereich auf diesen Paradigmenwechsel der Oekostrom AG hinzuweisen und eindringlich darauf drängen, etwaige Investments und/oder Geschäftsbeziehungen zu nachhaltiger agierenden Marktbegleitern umzuschichten!

Der Vollständigkeit halber halte ich fest, dass dieser Forumsbeitrag von mir als Privatperson verfasst ist und keine von einer der eingangs genannten Institutionen abgegebene Meinung darstellt (wiewohl ich auch dort meine Meinung konsistent einbringen werde).

Mit sonnigen Grüßen
Ing. Peter Ott / Langenzersdorf
Verfasst am: 20. 11. 2016 [10:48]
trader9999
Dabei seit: 29.01.2016
Beiträge: 11
Sehr geehrter Herr Krill,
Liebe Aktionärskollegen,

Dass die oekostrom in Zukunft auch Erdgas verkauft ist nichts Neues.
Ich glaube es wurde zuerst im Geschäftsbericht 2015 angekündigt und dann sowohl im Managementletter und dann auch hier im Aktionärsforum über die Einführung berichtet.
Ich finde die große Aufregung daher nicht angebracht.
Auch aus meiner Sicht überwiegen die Vorteile für die oekostrom AG durch das zusätzliche Produkt und für die Energiewende durch die Förderung der Windgastechnologie (=power to gas Technologie).
Was bewirkt ein weiterer Erdgaslieferant?
Es wird deswegen nicht mehr Erdgas in Ö verbraucht, denn die oekostrom AG verkauft ja keine neuen Gasanschlüsse, sondern verkauft Erdgas an bestehende Gaskunden. Und wenn diese Gaskunden mit einem Geldbetrag Windgasprojekte zusätzlich fördern, so ist das meiner Meinung nach sehr positiv und nichts verwerfliches.
Also cool bleiben.
Lg
Trader9999
Verfasst am: 20. 11. 2016 [15:42]
lukas.stuehlinger@oekostrom.at
Dabei seit: 28.02.2014
Beiträge: 82
Liebe Aktionäre,

wir freuen uns über die weitestgehend sachliche Diskussion. Wir sind überzeugt, dass wir alle das gleiche Ziel verfolgen – nämlich 100% Erneuerbare in 2040 zu erreichen. Darüber, wie der Weg dorthin ist, stellen wir uns gerne der weiteren Diskussion.

Wir als Vorstände sind davon überzeugt, dass wir das Feld der Wärmeversorgung in der Stadt nicht anderen überlassen dürfen. Wie wird die Stadt in 2040 mit Wärme versorgt werden? Wir glauben mit Wasserstoff. Dazu wollen wir den Anstoß geben.

Hier finden Sie unser Positionspapier: http://oekostrom.at/Content/uploads/downloads/Positionspapier_gas-future_final_2016_11_15.pdf

Beste Grüße,
Lukas Stühlinger, René Huber


[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 20.11.2016 um 15:44.]
Verfasst am: 20. 11. 2016 [15:50]
twicet
Dabei seit: 02.04.2014
Beiträge: 49
Liebe Aktionärskollegen,

bei all der intensiven Diskussion zu diesem Thema sollten wir nicht vergessen, dass wir alle als Eigentümer der Ökostrom AG grundsätzlich gleiche Ziele verfolgen. Es gibt genügend Interessengruppen und Unternehmen die im direkten Wettbewerb mit der Ökostrom AG und uns stehen. Wir müssen uns aus meiner Sicht das Leben nicht auch noch intern überaus erschweren und gegeneinander Stimmung machen.

Ich persönlich sehe Energieeffizienz-Themen als oberste Priorität, noch vor der Diskussion über die erneuerbare Energiegewinnung die natürlich selbstverständlich ist. Ich würde auch lieber in einem Passivhaus in Wien als in einer Wohnung mit Gasheizung wohnen. Bei mir und einem Großteil meines Umfeldes in Wien sind Gasheizungen jedoch leider Realität. Somit haben wir bereits einige Zählpunkte auf gas future umgestellt. Klarerweise ist das nicht die endgültige Lösung, aber es ist ein erster kleiner Schritt. Mit unserem Geld als Kunden kann und soll die Ökostrom AG mittelfristig Windgas fördern. Außerdem wird ein weiterer profitabler Geschäftszweig für die Gesellschaft in bessere Ratings resultieren was zu vorteilhaften FK-Konditionen für den zukünftigen erneuerbaren Kraftwerksausbau führt. Ich sehe mehr Vorteile als Nachteile, sofern die Ökostrom AG weiterhin einen guten Job in der Kommunikation betreibt. Und ja, es ist ein gewisser Spagat aber ich bin zuversichtlich, dass dieser gemeistert wird.

Der Diskurs und die Diskussion sollten immer Teil des Austauschs sein, egal ob bei der HV oder im online Forum. Dies hat über die letzten Monate und Jahre sicherlich dazu geführt, dass der Vorstand und das gesamte Team der Ökostrom dieses sensible Thema sehr behutsam und bedacht angegangen sind. Es wäre naiv zu glaub, dass eine solche Entscheidung über Nacht gefallen ist. Aus meiner Wahrnehmung wird diese Diskussion seit zwei Jahren geführt und die Optionen wurden sehr überlegt zusammen getragen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass es zwischen Mitarbeitern, Vorstand und Aufsichtsrat auch hitzige Gespräche (wie auch mit den Aktionären) gab und kann mir nicht vorstellen, dass dieses Thema a) schnell und b) einfach umzusetzen war.

Ich würde mir wünschen, dass die Konversationen sachlich und rational geführt werden. Zwar ist mir die emotionale Komponente der Thematik bewusst, hilfreich scheint sie mir aber nicht. Geld verdienen ist nichts Verwerfliches, auch nicht für ein "Öko-Unternehmen". Geld verdienen ist sogar wesentlich. Ohne dieses Tauschmittel als Repräsentanz von Zeit, Wissen, Arbeit, Energie etc. kann man nicht in Neues, Besseres, Nachhaltigeres investieren.

Sehr geehrter Herr Krill, ich bedauere sehr, dass Sie die Ökostrom AG dermaßen negativ wahrnehmen. Es verwundert mich insofern, als - abgesehen von dem neuen Gas Tarif den man natürlich im Detail kritisch diskutieren kann - das Unternehmen in vielen Bereichen aktiv ist (Vorgehen gegen AKW Projekte, Simon, verschiedenste Kooperationen, Musterschüler bei der Umsetzung der Vorgaben des EEffG, uvm.). Ich kenne wenige Unternehmen in Österreich, die ihren Auftrag so ernst nehmen. Gleichzeitig ist die Gesellschaft ihren Aktionären verpflichtet und muss nachhaltig wirtschaften. Wenn Sie allerdings Recht haben, dass das Vorgehen "mit Sicherheit nicht im Sinne der Mehrheit der Aktionäre" ist, dann können Sie Ihre Anträge natürlich einbringen. Am Ende des Tages gehört die AG den Aktionären, also uns, und wir können Anträge zur Abstimmung bringen. Ich unterstütze Ihre Anträge jedoch nicht und denke außerdem, dass Sie nicht die Mehrheit hinter sich haben. Zwar verstehe ich absolut Ihren Ärger über die Tatsache, dass wir immer noch weit weg von einer Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern sind. Ich bin auf Ihrer Seite (wirklich!) und versuche meinen Beitrag zu leisten. Dennoch sehe ich für die mittel- und langfristige Entwicklung der Ökostrom AG diesen Schritt als positiv, weshalb ich Ihrem Antrag nicht zustimme. Ich unterstütze die Aussagen von trader0846 bzw. trader9999 und entschuldige mich für den langen Text, die Kollegen haben es besser auf den Punkt gebracht.

Es gibt andere Teilbereiche wie Kapitalerhöhung oder Online-Marketing die ich kritisch beobachte. Ich möchte nicht dazu aufrufen alles ohne Kommentar hinzunehmen. Ich möchte nur vermeiden, dass wir unser Unternehmen mit überproportional negativer Stimmung überladen, besonders vor einer Kapitalerhöhung. Mir ist außerdem lieber die Mitarbeiter versuchen Neues und trauen sich etwas als immer nur bereits bekannte Pfade zu gehen.

LG, Thomas Tiroch
Verfasst am: 20. 11. 2016 [20:17]
hasafer
Dabei seit: 01.07.2015
Beiträge: 1
Bisher habe ich die Oekostrom AG in Österreich immer als Unternehmen mit Pioniergeist in Sachen Energiewende gesehen und erlebt, viele positive Beispiele aus der Vergangenheit zeigen das. An dieser Stelle auch meine Gratulation zum Klimaschutzpreis 2016 für Simon.

Aber aktuell bin ich der Meinung, die Einführung des Produktes "gas future" schadet der Oekostrom AG. Ich sehe das Image und den Ruf des Unternehmens im Bereich Erneuerbare Energie angekratzt. Ich fürchte sogar, dass durch diesen Richtungswechsel viele Stromkunden einen Lieferantenwechsel weg von der Oekostrom AG durchführen werden und sich dies wirtschaftlich negativ auswirkt.

Dieses Produkt ist kontraproduktiv und setzt falsche Signale. Insbesondere in einer Zeit, in der politische Stimmen nun endlich wieder vermehrt das Verbot von Öl und Gas Heizungen offen ansprechen.

Es kann doch nicht sein, dass ein Unternehmen mit 100% Ausrichtung zu regenerativen Energien, jetzt fossile, klimaschädliche Energie verkauft!

Ich appelliere auch eindringlich diese Entscheidung nochmals gründlich zu überdenken und den Verkauf von Erdgas durch die Oekostrom AG umgehend wieder zu stoppen!

Beste Grüße,
Harald Safer
Verfasst am: 21. 11. 2016 [02:00]
trader0846
Dabei seit: 15.02.2014
Beiträge: 39
Vielleicht lohnt für den ein oder anderen auch mal der Blick nach Deutschland. Dort gibt es z.B die NATURSTROM AG, welche ebenfalls Gas anbietet. Man kann hier zwischen 10, 20 und 100% Biogas aus Abfallverwertungsanlagen beziehen. Hier sieht man bei den Preisen klar, dass sich derzeit nicht jeder 100% leisten kann.
Greenpeace Energy geht den Windgasweg ebenso, wie die OE AG. Nach nun ca. 5 Jahren konnte der erste eigene Elektrolyser mit Hilfe der Gaskunden gebaut werden und dieser beginnt nun die Klimawirkung des Erdgas-Produkts zu verringern. Ohnezweifel in ganz kleinen Schritten, aber deutlich besser als gar keinen Schritt.
Weiterhin denke ich, dass der Weg von einer Umweltschutzorganisation wie Greenpeace wohl kein schlechter ist.



[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 21.11.2016 um 02:04.]
Verfasst am: 21. 11. 2016 [08:27]
Krill
Themenersteller
Dabei seit: 18.11.2016
Beiträge: 28
Sehr geehrte Vorstand der oekostrom AG,

ich erhalte nun laufend in cc Mails von oekostrom-Kunden, die sich gegen den Verkauf des zu 100% fossilen Erdgases durch die oekostrom AG stellen. Sie machen klar, dass sie ihre Stromlieferverträge kündigen und als Aktionäre aussteilen werden, wenn der Gasverkauf nicht umgehend eingestellt wird.

Es sind von der bisherigen Philosophie der oekostrom zu 100% erneuerbare und sauber Energielieferung Überzeugte, also die Personen, die teils von Beginn an die oekostrom auch in schwierigen Zeiten unterstützt und getragen haben.

Akzeptieren Sie tatsächlich, diese treuen und überzeugten Kunden und Aktionäre der oekostrom für neue fossile Gasverträge und deren Gewinn daraus zu opfern? Was wäre das für ein verwerfliches Kalkül!
Akzeptiert man die Kunden- und Gewinnverluste der überzeugten oekostrom-Kunden?!

Herr Huber, ich darf Sie an das erinnern, was Sie erst in dem in Mai veröffentlichten Nachhaltigkeits- und Geschäftsbericht gesagt haben (Seiten 8 und 9):

Unser Handeln muss sich auch weiterhin konsequent an unseren Grundwerten orientieren und als solches auch von einer breiten Öffentlichkeit wahrgenommen werden. Es gilt unsere Markenbekanntheit zu pflegen, konsequent auszubauen und im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit unermüdlich unsere Themen zu platzieren. Es ist unser Ziel, dass, wenn jemand in Österreich – in welchem Zusammenhang auch immer – an ökologische Energie denkt, ihm zuerst die oekostrom AG einfällt.“

Besonders wichtig ist mir persönlich, die Identität und die Seele der oekostrom AG zu bewahren, zu stärken und weiter auszubauen. Es geht darum, den Gründungsgedanken auch weiterhin wahrnehmbar zu verbreiten. Genau aus diesem Grund braucht es Initiativen wie unsere Petition gegen Atomenergie oder das Projekt simon®. Das macht uns authentisch und ist auch unsere Pflicht im Sinne dieses Gründungsgedankens.“

Herr Huber, ich kann diese Ihre Aussagen voll und ganz unterstreichen – aber leider handeln Sie aktuell diesen genau entgegen!

Ich kann nur nochmals an Sie als Vorstand appellieren, den gestarteten Gasverkauf einzustellen. Jeder kann Fehler machen, muss aber auch in der Lage sein, diese zu erkennen und dann zu revidieren, bevor noch größerer Schaden entsteht – die bisher makellose Marke oekostrom haben Sie mit diesem Vorgehen schon stark ramponiert. Verhindern Sie mit der sofortigen Einstellung des Gasverkaufs, dass diese vollkommen zerstört wird!

Mit der Hoffnung auf ein Einlenken,
Martin Krill


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